Linsencurry

Langsam werden die Tage kürzer, die Abende und Nächte werden länger, die Kerzen brennen wärmer und duftender. In der Wohnung ist es wohlig heimelig und die herrlichen Decken können endlich wieder ausgepackt werden. Der Nebel hängt tief, manchmal den ganzen Tag – er trübt nur das Licht, nicht aber die Stimmung, denn diese Jahreszeit ist gemütlich, irgendwie friedlich und genussvoll. Wunderbare Tees zu jeder Tageszeit, duftende Zimtstangen, die das Müsli von sommerfruchtig zu herbstwinterwürzig verwandeln. Die Bäume werden kahler, das Laub am Boden häuft sich. Gestapft wird in Stiefelchen, nicht mehr in Sandalen. Einmal mehr wird der Schal um den Hals gewickelt und die Jacke zugeknöpft. Es wird Zeit für warme Suppen, Eintöpfe und Currys – gut, das kann man immer essen, aber jetzt macht es wieder mehr Spass. Das sogar mir als Suppenkasper :-).
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Cantuccini – und weshalb Geheimgänge nach Entdeckung rufen

„Ich konnte nicht verstehen, wie ein Mensch, ein ganz normaler Mensch, meine Seele hatte betreten können. Und wie er dabei Korridore und Geheimgänge hatte öffnen können, von deren Existenz ich keine Ahnung gehabt hatte.“ (Zitat, Die Geschichte von Blue)

Beiseite geschoben, das unsichtbare Netz der Sicherheit, des Schutzes. Vorsichtig und sanft. Zuerst ein Blick, dann ein zweiter und schliesslich ein kleiner Schritt. Boden, welcher noch nie betreten, ja noch nicht einmal erahnt wurde, weicht dem Leib der Entdeckung. Rein und neugierig – wir beide. Umhüllt von nichts, rein und klar – so steh ich da So stehst du da. Blick um Blick, Schritt um Schritt. Schimmernd das Nichts. Die Erlösung fliesst im Blau der hungrigen Augen; Gedanken und Worte taumeln zu dir – dahin, wo unsere Existenz Erfüllung findet und dahin, wo unsere Seelen Unendlichkeit erfahren.

Vielleicht ein Geheimgang für Cantuccini, welcher auch entdeckt werden möchte. Entdeckt wurde dieser von meinem Vater bereits vor langer Zeit: ein Ingenieur mit leichtem Hang zu dieser kleinen italienischen Raffinesse, gepaart mit dem „eisernen“ Willen, die Genusssucht nicht Oberhand gewinnen zu lassen, nicht auf einmal jedenfalls. :-)
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Kein Rezept – jedoch ein wunderbarer Artikel über Avocados

Kein Rezept, aber ein toller Artikel über eine Frucht, ohne die es wirklich nicht so wunderbar in meiner Küche aussehen würde – zu schade wäre ein Leben ohne Avocado. Dieses irgendwie verschrumpelt aussehende Ding, das so gut in der Hand liegt, man aber doch nicht weiss, wie genau man das jetzt öffnen soll. Was einem da entgegenspringt oder vielleicht gar nichts drin ist. Ist das nun Frucht oder Gemüse, ist es süss oder pikant, ist es kalt oder warm essbar – naja, ich würde sagen, es geht alles und es geht immer! Hoch lebe die Avocado! :-)

Dass man den Kern auch essen kann, ja sogar soll, wusste ich nicht. Vielleicht geht es euch auch so und deshalb: lest doch mal rein! Weiterlesen

Feigen und Feigen und Feigen – Feigen!!

Schon wieder Feigen oder eigentlich immer noch. Feigen gehören in den Sommer, aber auch irgendwie in den Herbst. Beides eben. Der Herbst ist ein bisschen wie der Sommer, nur andersbunt. Ein bisschen Sonne, ein bisschen Nebel, ein bisschen (viel) Wind, ein bisschen Grün und ein bisschen Rot. Auch ein bisschen Gelb und auch noch ein bisschen warm. Man kann durch den Wald laufen, die Füsse im Laub eingraben, man kann sich im Laub verstecken und den Wind im Haar fühlen. Eine Mischung aus lauwarm und frischkühl. Man kann irgendwann die Schuhe ausziehen und barfuss nach Hause rennen, weil es noch immer angenehm warm ist. Und dann, dann kann man sich mit einer Tasse Tee wieder ganz aufwärmen, weil man das im Herbst tut und Tee so wunderbar ist, wenn es draussen windig ist. Man kann sich morgens ganz warm anziehen, sich einen dicken Schal um den Hals wickeln und am Nachmittag im T-Shirt in der Sonne sitzen, weil sie immer noch stark und heiss ist. Der Herbst ist irgendwie Sommer, irgendwie doch nicht – er ist alles eben! Alles ist toll.
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Buchweizen-Tomatenrisotto

Der kleine Spatz landete ausgerechnet auf dem dünnsten Ast des 300 Jahre alten und mächtigen Baumes. Gigantisch riesig und kraftvoll sah er aus – der Baum. Das Vögelchen einzig als ein winzig kleiner Punkt erkennbar. Der Wind fegte über die Felder, rüttelte an den Ästen, wirbelte Insekten durch die Luft und das Gefieder des Vögelchens gab nach, regte sich nach links und rechts; eine kleine Feder erlag dem Wind und wich mit ihm davon – hinaus in die Herbstpracht. Schlug immer wieder auf dem Boden auf, wurde von bunten Blättern getragen und wieder fallen gelassen. Immer weiter und weiter. Der kleine Vogel blieb auf dem Ast sitzen; so, als wäre es das Normalste der Welt. Es schloss seine Äuglein, plusterte sich auf, zupfte sein Gefieder zurecht und macht es sich bequem. Es lauschte dem Rauschen der letzten Blätter, die der Sturm noch nicht mitgerissen hatte. Es spürte den Wind von anderen Vögeln, die vorbei flogen; hörte, wie sich zwei  zankten. Langsam wich die Sonne der Finsternis und der Mond übernahm; beleuchtete alles mit phantasievollem Licht, mystisch und ruhig. Es wurde leiser, der Wind legte sich. Der Spatz sass da, noch immer mit geschlossenen Äuglein und als der letzte Stern den dunklen Himmel schmückte, schlief er ein….und träumte von Buchweizen-Tomaten Risotto :-).  Weiterlesen

Zwischendrin anders – ohne Rezept

….weil meine Reise nicht nur Food-Inspirationen hinterlassen hat….

Eine Reise – eine einfache Reise; leicht und leise, intensiv und schön.

Eine Reise – die man nur ein einziges Mal erleben kann.

Eine Reise – dahin, wo unsere Seelen noch nie zuvor waren.

Eine Reise – ohne Ende, denn sie wirkt für immer.

Eine Reise – wo die Rückkehr niemals dort sein wird, wo man gestartet ist.

Und das Tolle, das ist das Verrückte daran!  Weiterlesen

Der Herbst ist da – Tapas mal anders

Es ist nun wirklich so weit: der Sommer hat sich verabschiedet und der Herbst sagt Hallo. Der Herbst ist übrigens der, der einen raschelnden Waldboden voller Blätter macht; er ist der, der einen ganz normalen Morgen in ein Geheimnis verwandelt; er ist der, der dich einfach so am Nachmittag zum Lachen bringt, weil die Sonne ganz überraschend in dein Gesicht scheint; er ist der, der graue Wochenenden in wunderbar warme, gemütliche und erholsame Couch-Tage verwandelt; er ist der, der deine Fensterscheiben mit Wasserperlen schmückt; er ist der, der durch deine Haare haucht und sie verstrubbelt und er ist der, der bunt ist – so bunt, dass das Licht ein ganz anderes ist, als in jedem anderen Monat sonst im Jahr.

Ich bin dem Sommer nachgereist, doch nicht, um den Sommer zurückzuholen, sondern um dem Herbst eine kreative Sommernote zu geben. Die letzten zwei Wochen in Andalusien war Sommer – jeden Tag. Es gab Tapas – jeden Tag! Was also nun? Spanische Tapas können wir nicht und schmecken hier nur halb so gut. Deshalb  gibt es einfach Herbsttapas – neue Kreation, neue Idee und die üblichen Verdächtigen :-).  Weiterlesen